by Alexander Werther | Mai 17, 2018 | Seniorenbetreuung, Stundenweise Betreuung
Senioren wollen einerseits ihren Familien nicht zu Last fallen und andererseits ihre Selbständigkeit nicht verlieren. Achten Sie deshalb auf typische Anzeichen, dass ein Senior Hilfe braucht:
- Rückzug aus dem Freundeskreis und Isolation in den eigenen vier Wänden, häufig wegen nachlassender Sehkraft, Schwerhörigkeit, Angst vor Stürzen, aber auch als Folge von Depression und Antriebslosigkeit
- Nachlassendes Interesse an der Zubereitung oder dem Verzehr von Mahlzeiten, Zunahme schlechter Ernährungsgewohnheiten, aus körperlicher Überforderung oder Antriebslosigkeit
- Vernachlässigung der eigenen äußeren Erscheinung, mangelnde Körperhygiene, umpassende Kleidung – aus Antriebslosigkeit oder als Folge voranschreitender Demenz
- Vernachlässigung der eigenen Wohnung, häufig als Folge körperlicher Überforderung
- Versäumen von Arztterminen und sozialen Verpflichtungen – häufig ein Anzeichen für voranschreitende Vergesslichkeit oder Angst, öffentliche Verkehrsmittel alleine zu nutzen
- Vernachlässigung von Medikamenten und diversen Verpflichtungen (unbezahlte Rechnungen)
Stundenweise Betreuung kann viel verbessern
In vielen Fällen ist es gar nicht notwendig, gleich eine 24-Stunden-Pflege ins Haus zu holen. Stundenweise Betreuung kann völlig ausreichend sein, um die schlimmsten Probleme abzufangen und neue, positive Lebensimpulse zu geben. Trotzdem sehen viele Senioren die Idee, Hilfe in Anspruch zu nehmen zunächst skeptisch. Versuchen Sie zu verstehen, woher die Anlehnung kommt. Sprechen Sie Ihre Eltern auf die Ablehnung an. „Jedes Mal, wenn ich Dir vorschlage eine Betreuung zu suchen, wechselst Du das Thema oder tust so, also hättest Du mich nicht gehört. Warum?“ Sie werden vielleicht erkennen, dass Ihren Eltern ihr eigenes Verhalten gar nicht bewusst ist. Das ist ein guter Ansatz um darüber zu sprechen.
Sprechen Sie über die Vorteile: Sicherheit und Lebensqualität
Stundenweise Betreuung hat viele Aspekte, die das Leben eines betagten Menschen bereichern können. Den meisten Senioren ist gar nicht bewusst, wie positiv sich die Anwesenheit einer netten Betreuerin in ihrem Leben auswirken kann:
- Neben der Hilfe bei der Körperpflege, beim An- und Auskleiden, Aufstehen und zu Bett gehen, bietet stundenweise Betreuung den Senioren persönliche Ansprache und damit Abhilfe gegen Vereinsamung. Das ist besonders wichtig und verbessert mitunter die gesamte Situation.
- BetreuerInnen begleiten zum Arzt, zum Einkauf, zum Friseur oder in die Kirche und sorgen dafür, dass nachlassende Mobilität und Angst vor Stürzen nicht zur Isolation führt.
- BetreuerInnen helfen, die Aufgaben im Haushalt gemeinsam positiv zu bewältigen. Sie unterstützen beim Einkaufen und Kochen, weil gemeinsames Kochen und Essen die Lebensfreude erhält.
by Alexander Werther | Mai 7, 2018 | 24Stunden Pflege, Seniorenbetreuung
Grundsätzlich ist es hilfreich, wenn ein Angehöriger im Haushalt oder in der Nähe ist, der immer wieder kontrollieren kann, ob es der betreuten Person gut geht und mit Rat und Tat zur Seite steht, wenn es ein Problem zu lösen gilt. Betreuerinnen wissen das zu schätzen. Andererseits müssen Sie sich klar sein, dass jede zusätzliche Person, die auf die Betreuung Einfluss nimmt, auch zusätzliche Abstimmungen erfordert. Unter bestimmten Umständen kann das für die Betreuerin eine Erschwernis sein.
Als Tochter oder Sohn haben wir natürlich bestimmte Vorstellungen davon, wie unsere Eltern betreut werden sollen. Das ist ganz normal. Als nahe Angehörige neigen wir aber dazu, es mit unsere eigenen Vorstellungen von der richtigen Betreuung allzu genau zu nehmen. Besonders dann, wenn uns ein schlechtes Gewissen plagt, weil wir uns verpflichtet fühlen unsere Angehörigen selbst zu betreuen, es aber zeitlich nicht schaffen. Dann kann es passieren, dass die BetreuerIn nicht nur unseren Eltern gerecht werden soll, sondern obendrein unseren persönlichen Wünschen und Vorstellungen.. Das ist nicht immer leicht.
Das Wohlergehen Ihrer Eltern ist der beste Indikator für die Qualität der Betreuung
Machen Sie sich deshalb immer wieder bewusst, worum es hier eigentlich geht: um Ihre Eltern. Das Wohlergehen Ihrer Eltern ist der beste Indikator für die Qualität der Betreuung. Wenn Sie erkennen können, dass es Ihren Eltern mit der Betreuerin grundsätzlich gut geht, dann besteht kein besonderer Handlungsbedarf. Genießen Sie die schönen Momente mit Ihren Eltern und beschränken sie Ihre eigene Rolle in der Betreuung auf Unterstützung wo sie gebraucht wird.
Häufig liegen die Dinge aber auch genau umgekehrt.. Als Angehörige suchen wir uns eine Betreuerin und erwarten, dass das “Problem” damit gelöst ist – eins für allemal. Das ist meistens nicht der Fall. Denn wenn unsere Angehörigen erst einmal 24h-Pflege rund um die Uhr brauchen, dann müssen wir darauf vorbereitet sein, dass immer wieder neue Herausforderungen auftreten, die es zu bewältigen gilt – meistens medizinische. Hier ist die Unterstützung durch Angehörige sehr gefragt und kann durchaus zeitaufwändig sein. Außerdem müssen wir uns bewusst sein, dass eine professionelle BetreuerIn den Angehörigen zwar viel Arbeit abnimmt, aber unsere menschliche Nähe nicht ersetzen kann.

Pfleger aus der Slowakei
Betreuung verdient Respekt
24-Stunden-Betreuung ist harte Arbeit. Wenn Sie selbst schon mal die Betreuung eines Angehörigen übernommen haben, und sei es nur für einige Tage, wissen Sie das. Die Herausforderungen sind vielfach. 24-Stunden-Betreuerinnen übernehmen in unserer modernen Gesellschaft Aufgaben, die früher innerhalb der Familie wahrgenommen wurden, häufig durch Töchter oder Schwiegertöchter. In ländlichen Regionen ist das bis heute überwiegend der Fall.
Leider gibt es immer wieder Menschen, die die Leistung der BetreuerInnen nicht respektieren. Die eigentlichen Leidtragenden sind meist die betreuten Personen selbst. Bedenken Sie, Ihre BetreuerIn übernimmt Tätigkeiten und einen Verantwortungsbereich, der ursprünglich innerhalb der Familie angesiedelt war. Und auch wenn von einer professionellen BetreuerIn übernommen, bleibt Seniorenbetreuung ein sensibler Bereich, der an die familiäre Substanz geht.
Es ist daher sinnvoll und ratsam, die BetreuerIn ein Stück weit in die Familie aufzunehmen. Das heißt nicht, dass sie beim sonntäglichen Familienessen dabei sein muss. Vielmehr geht es darum, ein Gefühl von Zugehörigkeit und Gegenseitigkeit zu vermitteln. Auch BetreuerInnen möchten “gesehen” werden. Das heißt als ganzer Mensch wahrgenommen und geschätzt werden. Wenn Ihnen das gelingt, wird die Betreuung Ihrer Eltern zweifellos am Besten funktionieren.
Bildquelle: Jerzy Sawluk/Pixelio
by Alexander Werther | Mai 4, 2018 | Praktische Tips, Seniorenbetreuung
Wenn Sie das erste Mal mit einer Betreuerin im Rahmen einer 24-Stunden-Pflege zusammenarbeiten, werden Sie sehr wahrscheinlich einen Lernprozess durchlaufen. Sicher werden Ihnen dabei auch Fehler passieren und Sie werden daraus lernen.
Am Beginn einer Betreuung, wenn die Betreuerin erstmals zu Ihren Eltern in die Wohnung kommt, sind vielleicht alle etwas nervös. Das ist normal. Sie haben zwar Informationen und vielleicht schon einmal mit der Betreuerin telefoniert. Aber natürlich wissen Sie nicht genau, wer da zu Ihnen kommt. Der Betreuerin geht es ähnlich, auch sie ist gespannt auf die „neue Familie“. Allerdings mit einem Unterschied: für die BetreuerIn die ist die Situation nicht neu.
Vielleicht hilft es Ihnen, wenn Sie die BetreuerIn wie eine MitarbeiterIn sehen, die einen besonders sensiblen Job für Sie macht. Wenn Sie selbst im Beruf mal Mitarbeiter hatten, wissen Sie grundsätzlich, wie das geht. Oder erinnern Sie sich, was mit Ihrem Chef gut lief und was nicht. Auch daraus können Sie eine Menge lernen.
Einige Regeln für gute Zusammenarbeit mit einer PflegerIn
- Nehmen Sie die BetreuerIn ernst. Die meisten BetreuerInnen sind gestandene Persönlichkeiten mit Lebenserfahrung, die ernst genommen werden wollen und Verantwortung übernehmen können. Dann bringen sie die beste Leistung.
- Setzen Sie sich am Beginn der Betreuung mit der BetreuerIn zusammen und besprechen Sie die Betreuung, detailliert und in aller Ruhe. Bereiten Sie sich auf dieses Gespräch vor. Überprüfen Sie während dem Gespräches immer wieder, ob die BetreuerIn Sie richtig verstanden hat. Machen Sie ihr klar, was Ihnen besonders wichtig ist.
- Lassen Sie der neuen BetreuerIn immer einige Tage Zeit, um sich in die neue Situation einzufinden. Halten Sie sich in dieser Phase mit Kritik und Verbesserungsvorschlägen möglichst zurück. Versuchen Sie zu unterstützen, aber überlassen Sie der BetreuerIn unbedingt ihren eigenen Tätigkeits- und Verantwortungsbereich.
- Geben Sie hinterher und später dann regelmäßig immer wieder Feedback. Sehr schwierig ist es für BetreuerInnen, wenn sie gar kein Feedback bekommen. Denn dann wissen sie nie genau, ob Sie zufrieden sind, oder nicht. Das demotiviert und senkt die Leistungsfähigkeit. Deshalb, sagen Sie was Ihnen nicht gefällt und vergessen Sie nicht zu erwähnen, was Ihnen gefällt.
Wenn sich mehrer Personen in der Familie berufen fühlen, der Betreuerin Anweisungen und Ratschläge zu geben, erzeugt das Unruhe. Und darunter leidet vor allem der Klient. Sehr erfahrene BetreuerInnen schalten dann ihre Ohren auf Durchzug und tun, was für die Klienten das Beste ist. Aber nicht alle Betreuerinnen sind so gefestigt. Sie bemühen sich dann wahrscheinlich, es Allen Recht zu machen, aber das funktioniert meistens nur für kurze Zeit und dann laufen die Dinge aus dem Ruder. Tipp: Bestimmen Sie innerhalb der Familie eine Person, deren Aufgabe es ist, mit der Betreuerin zu kommunizieren, ihr Aufträge zu erteilen, Abläufe festzulegen und ggf. Fehler zu korrigieren.
by Alexander Werther | Mai 2, 2018 | 24Stunden Pflege, Praktische Tips, Seniorenbetreuung, Stundenweise Betreuung
Es ist kein leichter Gedanke, eine Betreuung für unseren Vater oder unsere Mutter in Betracht zu ziehen. Aber wenn bestimmte rote Linien überschritten werden, wird es Zeit zu handeln!
Es ist manchmal schmerzlich mitanzusehen, wie unsere Mutter oder unser Vater – oder beide – so richtig alt werden. Wir helfen und unterstützen sie, so gut es geht, aber unsere Kapazität ist begrenzt, denn schließlich haben wir selbst Beruf und Familie, die uns voll in Anspruch nehmen.
Eine ganze Weile geht das ganz gut so, und ihre Mutter – bleiben wir bei der Mutter, weil dieses Szenario das häufigste ist – kann sich, mit etwas Hilfe von außen, noch recht gut versorgen, ihren Haushalt führen und in den eigenen vier Wänden leben.
Aber die Dinge ändern sich, und das ist oft ein schleichender Prozess. Sie merken, dass die Wohnung nicht mehr so in Schuss ist wie früher; vielleicht vernachlässigt Ihre Mutter ihre eigene Körperpflege; vielleicht isst und trinkt sie zu wenig, vergisst, ihre Medikamente zu nehmen (und streitet es dann ab), sie kennt sich in finanziellen Dingen nicht mehr aus, verliert ihre Schlüssel usw. Das sind Anzeichen von Überforderung, die Sie ernst nehmen sollten.
Wenn Ihre Mutter in Fragen der Ernährung und Flüssigkeitszufuhr, der Körperpflege, der Medikamenteneinnahme und der eigenen Sicherheit nicht mehr ausreichend in der Lage ist, verantwortungsvoll zu handeln – dann sind Sie gefordert einzugreifen. Vielleicht genügt vorerst stundenweise Betreuung, zum Beispiel dreimal pro Woche 4 Stunden für Haushalt, gemeinsam Kochen, Erledigungen, Spaziergänge etc.

Gute Argumente für Pflege und die Vorgehensweise entscheiden
Allerdings wollen Eltern häufig nicht einsehen, dass sie eine 24h Betreuung benötigen. Gehen Sie liebe- und verständnisvoll vor, machen Sie sich darauf gefasst, dass Ihre Überzeugungsarbeit eine Weile dauern kann. Sprechen Sie das Thema Betreuung nicht erst an, wenn der Hut schon brennt. Und bleiben Sie hartnäckig.
Eine typische Aussage Ihrer Mutter kann sein: „Ich schaffe das alleine!“ Antworten Sie ihr: Ja – aber lass Dir bei den Dingen helfen, die Dir schwerfallen. Vielleicht verlässt ihre Mutter die Wohnung nur noch selten, weil Sie Angst vor Stürzen hat. Dann betonen Sie die positive Möglichkeit, wieder regelmäßig raus zu kommen – zum Friseur, ins Cafe oder in die Kirche.
Ein durchaus berechtigter Einwand Ihrer Mutter ist: „Eine Betreuerin nimmt mir alles ab, dadurch werde ich erst recht hinfällig.“ Bestätigen und unterstützen Sie Ihre Mutter im Wunsch, aktiv zu bleiben. Nur das, was sie nicht mehr machen kann, sollte ihr von der Betreuerin abgenommen werden. Überlegen Sie selbst, was zu tun ist, damit die Betreuerin Ihrer Mutter nicht alles abnimmt. Welche Dinge soll die Betreuerin übernehmen und welche nicht? Besprechen Sie das mit Ihrer Mutter, und zwar so genau wie möglich. Das schafft Sicherheit.
Wenn Sie bemerken, dass sich Ihre Mutter – bewusst oder unbewusst – darauf verlassen hat, dass Sie ihr bei Bedarf helfen werden, dann sollten Sie behutsam klarstellen, dass Sie sich nicht immer um sie kümmern können. Sie haben durch Beruf und eigene Familie einfach nicht die Kapazität dazu. Die meisten Eltern sind für dieses Argument offen, denn sie wollen ihren Kindern nicht zur Last fallen. Als Alternative bliebe dann nur noch das Altersheim, und das wird Ihre Mutter wahrscheinlich nicht wollen.
Eine häufige Abwehrreaktion ist auch: „Mir kommt kein Fremder ins Haus!“ Stellen Sie klar: Eine Betreuung ist nicht gegen sie, sondern für sie – zur Unterstützung, zu ihrem Schutz. Es ist kein Fremder, der in die Wohnung Ihrer Mutter eindringt, sondern eine qualifizierte Betreuerin, die sie im Haushalt und bei der Lebensführung unterstützt. Und darüber hinaus ein neuer Mensch, der ihr Leben vielleicht sogar bereichert, jemand, mit dem sie sich unterhalten und dem sie erzählen kann, was ihr am Herzen liegt. Machen Sie sich gemeinsam ein Bild, wie die BetreuerIn im Besten Fall sein soll. Das lenkt die Gedanken Ihrer Mutter in die richtige Richtung.
Worauf Sie achten sollten, wenn 24Std Pflege erforderlich wird:
- Achten Sie auf Anzeichen von Überforderung.
- Thematisieren Sie Betreuung lieber früher als zu spät.
- Geben Sie Ihrer Mutter Zeit, sich an die Idee von Betreuung zu gewöhnen.
- Nehmen Sie die Einwände Ihrer Mutter ernst, überfahren Sie Ihre Mutter nicht. Ohne ihre Zustimmung geht es nicht.
Weitere gute Tipps finden Sie im auch in diesem Artikel.
by Alexander Werther | Apr. 23, 2018 | 24Stunden Betreung, 24Stunden Pflege, Praktische Tips, Seniorenbetreuung
Die Notwendigkeit eine 24-Stunden-Betreuung zu finden, folgt häufig der plötzlichen Erkenntnis, das ein Elternteil, ein Partner oder Freund alleine zu Hause nicht mehr sicher ist. Es kann aber auch sein, dass Sie als pflegende/r Angehörige/r erkannt haben, dass Sie es alleine nicht mehr schaffen.
Alle Beteiligten stehen hier vor einer schwierigen Herausforderung. Seelische Belastung durch die Erkenntnis von Sterblichkeit eines geliebten Menschen, schlechtes Gewissen, Stress sind typische Merkmale. Und doch ist es möglich, daraus Kraft, Gemeinsamkeit und besonders schöne Momente zu schöpfen, die für lange in der Erinnerung bleiben.
Einige rechtliche Grundlagen
24-Stunden Betreuung wird in Österreich im Rahmen des freien Gewerbes der Personenbetreuung erbracht. Die Betreuerinnen sind also selbständig tätig. Als Auftraggeber bezahlen Sie der Betreuerin einen Werklohn, meist in Form eines Tagsatzes und erhalten im Gegenzug eine Honorarnote. In diesem Werklohn sind sämtliche Abgaben (Sozialversicherung etc.) enthalten und werden von der Betreuerin selbständig abgeführt. Wenn Sie sich überzeugen wollen, ob Ihre Betreuerin tatsächlich eine aufrechte Gewerbeberechtigung als Betreuerin hat, so können Sie das auf der Website der Wirtschaftskammer tun. Meistens werden der Betreuerin auch die Fahrtkosten erstattet, und zwar gegen Vorlage der Fahrtkostenrechnung
Die rechtliche Grundlage für die Beauftragung einer Betreuerin bildet der Betreuungsvertrag zwischen Klient und BetreuerIn. Das ist ein Werkvertrag, in dem die zu erbringenden Leistungen der BetreuerIn sowie der dafür fällige Werklohn geregelt sind, ebenso wie Handlungsrichtlinien für den Notfall, Vertretung im Falle von Krankheit/Verhinderung etc. Achten Sie darauf, Betreuung während hoher Feiertage (Ostern, Weihnachten, Neujahr) im Voraus zu regeln. Ein Zuschlag von 100% auf den normalen Tagsatz ist durchaus üblich, wenn Sie zu Silvester nicht ohne Betreuung dastehen möchten.
Betreuung oder Pflege?
Die Kernleistung jeder 24-Stunden-Betreuung sind haushaltsnahe Dienstleistungen, Unterstützung bei der Lebensführung und sog. Gesellschafterfunktion. Darüber hinaus können Betreuerinnen definierte pflegerische und ärztliche Tätigkeiten durchführen (zB Verabreichung von Arzneimitteln, Anlegen von Verbänden), sofern dafür eine ärztliche Anordnung und/oder eine Anleitung und Unterweisung durch medizinisches Fachpersonal vorliegt. Besondere Aufmerksamkeit gilt in der 24-Stunden-Betreuung der frühzeitigen Erkennung und Behandlung von Druckgeschwüren als Folge von Bettlägerigkeit (Dekubitus). In Wien bietet Fond Soziales Wien Wundmanagement an. Sie benötigen dafür eine Anweisung Ihres Hausarztes.

Was leistet eine Vermittlungsagentur?
Die Organisation von 24-Stunden-Betreuung erfordert Zeit und Aufmerksamkeit, besonders, wenn man es zum ersten Mal damit in Berührung kommt. Wer davon überfordert ist oder kein Risiko eingehen möchte, kann die Dienste einer Vermittlungsagentur in Anspruch nehmen. Die Vermittlungsagentur fungiert als Schnittstelle zwischen selbständiger Personenbetreuerin und zu betreuender Person. Dazu zählt fachlichen Erstberatung, Bedarfserhebung, Auswahl der passenden BetreuerInnen bis zur Unterstützung in organisatorischen Fragen, Vertragsgestaltung, Ansuchen um Förderungen etc.
Besitzt die Betreuerin eine aufrechte Gewerbeberechtigung? Dieser Link führt Sie zur Abfragemaske der WKO.
Eine Vorlage für einen Betreuungsvertrag finden sie hier.
Hier finden Sie ein Auflistung der Tätigkeiten, für die die BetreuerIn eine fachliche Delegation benötigt.
by Alexander Werther | März 28, 2018 | Praktische Tips, Seniorenbetreuung
Für viele von uns kommt der Tag, an dem wir ein Familienmitglied oder einen guten Freund plötzlich nicht mehr alleine zu Hause lassen können. Ein unerwarteter Spitalsaufenthalt oder eine Demenz, die sich nicht mehr übersehen lässt – und plötzlich befinden wir uns in einer Situation, die in vieler Hinsicht und für alle Beteiligten schwierig ist. (mehr …)